
Sarough Ghiasabad
274 × 211 cm
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Ein Sarough, auch als Saruk geschrieben, aus dem westiranischen Arak-Gebiet, 155 mal 88 Zentimeter, handgeknüpft auf einer Kette aus Baumwolle. Diese Knüpftradition prägte vor gut hundert Jahren die feinsten Häuser Nordamerikas, getragen von dichten Blumenranken auf dem berühmten, tiefen Persisch-Rot. Genau dieses Rot taucht hier vor allem in der Bordüre auf – das Feld selbst schlägt einen anderen Weg ein.
Der Blick fällt zunächst auf ein Feld, das nicht durchläuft, sondern in senkrechte Farbfelder gegliedert ist: Salbeigrün, Rosa, Taubenblau, Terrakotta und Mauve wechseln sich ab wie Seiten eines Buchs. Jedes dieser Felder trägt ein eigenes Diamant-Medaillon mit einer kleinen, stilisierten Tierfigur im Inneren, flankiert von gehakten geometrischen Formen. Weil jede Farbfläche ihr Medaillon eigenständig wiederholt, wirkt das Muster wie eine Folge eigenständiger Kapitel statt eines durchlaufenden Rapports. Die breite Bordüre in tiefem Ziegelrot fasst das Ganze, gefüllt mit blassrosa Achtecken, die je einen kleinen Stern tragen, gerahmt von schmalen schwarz-cremefarbenen Streifen.
Die Baumwollkette hält jeden Knoten in fester Spannung – ein Merkmal, für das Sarough seit jeher geschätzt wird, und der Grund für die scharfe, kleinteilige Zeichnung der Medaillons. Der Flor ist handgesponnene Wolle: Jeder Faden fällt minimal unterschiedlich stark aus, nimmt die Farbe ungleichmäßiger an als maschinell versponnenes Garn, und genau deshalb wirken Salbeigrün, Rosa und Taubenblau gedämpft statt satt. Die Weberin knüpfte jedes Farbfeld offenbar für sich, mit eigenem Medaillon und eigener Tierfigur, statt ein einziges Muster durchzuziehen – daher die Wirkung einzelner Kapitel.
In einem Schlafzimmer oder als Vorleger vor dem Sessel entfaltet der Teppich seine Wärme: Die Pastelltöne heben ein helles Parkett sanft an, das Ziegelrot der Bordüre setzt einen ruhigen Kontrapunkt. Der flache, feste Flor liegt griffig unter den Füßen und verträgt tägliches Barfußlaufen. Wandert das Licht am Fenster entlang, treten die Medaillons einzeln hervor, als schlage man die Kapitel eines kleinen Buchs nacheinander auf.
Mehr über Sarough-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Mit 155 × 88 cm (1,36 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 120833