
Belutsch
166 × 87 cm
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Ein Belutsch, auch Baluch geschrieben, geknüpft von Nomadenhand im Grenzland des südöstlichen Iran, auf 220 mal 116 Zentimetern. Diese Webereien sind für ihre kühne, eckige Geometrie und ihre erdigen, satten Farben bekannt, für tiefes Rot und dunkles Indigo, das über Generationen weitergegeben wurde. Wo klassische Belutsch-Stücke oft eine einzelne Gebetsnische zeigen, tritt hier etwas anderes an ihre Stelle: eine Reihe aus fünf Rautenmedaillons, die das Feld nicht zentrieren, sondern durchziehen.
Der erste Eindruck ist ein sattes Ziegelrot, in den oberen Ecken leicht heller durch ein natürliches Abrash unterschiedlicher Wollchargen. Darauf liegt die Reihe der fünf hakenförmigen Rautenmedaillons, schwarzbraun gezeichnet und in gleichmäßigem Abstand gesetzt, sodass der Blick von einem zum nächsten wandert, statt auf einem Zentrum zu ruhen. Schmale Bänder mit kleinen Rosetten fassen das Feld ein, dahinter folgt die Außenbordüre in Elfenbein mit dunklem Rankenwerk, flankiert von einem schwarzbraunen Streifen mit winzigen Rauten, zusammen etwa ein Fünftel der Breite und ein klarer Kontrast zum Rot.
Nomadische Weberinnen knüpfen Belutsch-Teppiche von Hand, ohne gezeichnete Vorlage, aus dem Gedächtnis. Das erklärt, warum sich die fünf Medaillons ähneln, aber keines dem anderen völlig gleicht, und warum das Rot von Zeile zu Zeile leicht changiert. Die Wolle wurde von Hand gesponnen, nicht maschinell, wodurch die Fasern ungleich dick bleiben und das Licht matt statt glänzend zurückwerfen. Mit 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter liegt die Dichte im soliden Bereich einer Gebrauchsweberei, fest genug für einen Flor von sechs Millimetern, der Halt gibt und die Zeichnung klar hält.
In einem Schlafzimmer mit hellem Holzboden legt sich dieses Rot warm über die ersten Schritte am Morgen. Neben dunklen Möbeln hält es sich mühelos, denn die schwarzbraune Zeichnung stellt die Verbindung selbst her. Der dichte, handgesponnene Flor liegt fest unter den Füßen, gemacht für den täglichen Gebrauch. Wandert das Vormittagslicht über das Feld, verschiebt sich das Abrash in den Ecken, und die fünf Medaillons scheinen sich Zeile für Zeile neu aufzustellen.
Mehr über Belutsch-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Traditionelles Gewebe
Mit 220 × 116 cm (2,55 m²) ist das ein mittelgroßer Teppich. Er passt vor ein Sofa, vor ein Bett oder in ein Arbeitszimmer. Für einen Esstisch ist er zu klein — dort braucht man rund 80 cm Umlauf, damit ein Stuhl beim Zurückschieben nicht über die Kante kippt.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 2,55 m² sind das rund 330.000 bis 410.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 376423