
Belutsch
166 × 87 cm
359 €












478 €
inkl. MwSt.
Auf Lager · Versandbereit
Ein Belutsch aus dem Grenzland zwischen dem südöstlichen Iran und den Nachbarregionen, 192 mal 100 Zentimeter, in den vergangenen zwanzig bis vierzig Jahren von einer Weberin auf einem tragbaren Nomadenwebstuhl geknüpft. Diese Webtradition ist bekannt für kräftige, kantige Geometrie und für Muster, die aus dem Gedächtnis entstehen, nicht nach Vorlage. Was diesen Belutsch von vielen seiner Art unterscheidet, ist die Dichte seiner eigenen kleinen Welt: ein fast schwarzer Grund, dicht bevölkert.
Der erste Eindruck ist Dunkelheit, ein tiefes Schwarzbraun, aus dem sich Reihe um Reihe rautenförmiger Medaillons schält. Jede Raute trägt eine gezackte Rosette in Ziegelrot und mattem Gold, dazwischen einzelne Akzente in Creme, Grün und Olive. Zwischen den Medaillonreihen stehen kleine, stilisierte Tierfiguren, die dem strengen Raster etwas Erzählendes geben, fast wie Wesen, die sich zwischen den Feldern bewegen. Den Abschluss bildet eine breite Bordüre aus mehreren schmalen geometrischen Streifen in Ziegelrot, die gut ein Fünftel der Breite einnimmt und sich klar vom dunklen Feld absetzt.
Handgesponnene Wolle liegt hier auf einer Kette aus Baumwolle, mit einer Florhöhe von sechs Millimetern, geschoren zu einer matten, leicht gerippten Oberfläche. Handgesponnenes Garn ist nie ganz gleichmäßig im Durchmesser, und genau diese kleinen Schwankungen geben der Fläche ihre Textur und ihren stumpfen, erdigen Glanz. Bei einer Knotendichte von 128.000 bis 160.000 pro Quadratmeter, aus freier Hand ohne gezeichnete Vorlage geknüpft, erklärt sich auch, warum die Tierfiguren nicht identisch sind: jede sitzt dort, wo die Weberin sie im Moment des Knüpfens gesetzt hat.
In einem Flur oder einer Diele ohne viel Tageslicht entfaltet dieser Teppich seine eigentliche Wirkung: das dunkle Feld schluckt kein Licht, sondern lässt Rot und Gold darin aufleuchten, sobald man daran vorbeigeht. Unter den Füßen ist der Flor dicht und fest, gemacht für tägliches Kommen und Gehen, nicht zum Schonen gedacht. Wer öfter hinsieht, findet immer wieder eines der kleinen Tiere, das einem beim ersten Mal entgangen ist, und genau das macht diesen Belutsch zu einem Stück, das man nicht nur betritt, sondern mit der Zeit auch kennt.
Mehr über Belutsch-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Traditionelles Gewebe
Mit 192 × 100 cm (1,92 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 1,92 m² sind das rund 250.000 bis 310.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 452522