
Belutsch
166 × 87 cm
359 €













476 €
inkl. MwSt.
Auf Lager · Versandbereit
Ein Belutsch aus dem Grenzland des südöstlichen Iran, 176 mal 95 Zentimeter, eine Stammesweberei, wie sie Nomadenfamilien seit Generationen auf tragbaren Webstühlen fertigen. Bekannt sind diese Teppiche für ihre kräftige, kantige Geometrie und für Farben, die aus der Erde selbst zu kommen scheinen – tiefes Rot, sattes Indigo, beides ohne Umweg über gezähmte Pastelltöne. Auch als Baluch oder Beluch geschrieben, bleibt der Name in der Fachwelt derselbe Teppich.
Der erste Eindruck ist ein fast schwarzes Indigofeld, auf dem Reihen glühender Boteh-Figuren nach unten marschieren, mal in Rostrot, mal in einem wärmeren Rot, wie zwei Stimmen im selben Lied. Vereinzelt setzen goldene und rostorangene Rosetten kleine Lichter zwischen die Reihen. Um dieses dichte Feld legt sich eine ungewöhnlich breite Bordüre – burgunder, rostfarben, nachtblau, mit feinen Rauten und Hakenmustern gebändert, kräftiger und dunkler als das Feld selbst, fast ein Fünftel der Breite einnehmend. Schmale Zwischenstreifen fassen sie zusätzlich ein, sodass der Blick vom Zentrum zum Rand geführt wird, statt sich zu verlieren.
Geknüpft wurde dieses Stück aus handgesponnener Wolle, und man sieht es der Oberfläche an: Die Fäden sind nie ganz gleich stark, und genau das gibt dem Flor seine leicht geriffelte, matte Textur, die maschinell gesponnene Wolle nie erreicht. Bei 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter, geknüpft über einer Kette aus Baumwolle, entsteht ein Muster, das kompakt und fest sitzt, ohne die Feinheit eines Werkstattteppichs anzustreben – hier zählt der Rhythmus der Hand, nicht das exakte Kopieren einer Vorlage. Dieser Rhythmus erklärt auch, warum die Boteh-Reihen sich leicht in Größe und Neigung unterscheiden: Eine Weberin knüpfte aus dem Gedächtnis, Reihe für Reihe, über Wochen.
Mit seinen 176 auf 95 Zentimetern findet dieser Belutsch seinen Platz im Schlafzimmer, neben dem Bett oder unter einem Sessel am Fenster, dort, wo man ihn morgens als Erstes sieht. Das tiefe Indigo hält auch dunklem Holz stand, während das warme Rot der Boteh-Reihen einen hellen Boden sofort erdet und dem Raum eine ruhige Wärme gibt. Unter den Füßen ist er dicht und fest, ein Teppich, der getreten werden will und nicht nur betrachtet. Wenn die Sonne am Morgen tief durchs Fenster fällt, beginnen die rostroten Figuren auf dem dunklen Grund regelrecht zu leuchten, und genau dieser Moment bleibt einem in Erinnerung.
Mehr über Belutsch-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Traditionelles Gewebe
Mit 176 × 95 cm (1,67 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 1,67 m² sind das rund 210.000 bis 270.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 595068