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Herkunft · Hamadan

Was ist ein Hossein-Abad-Teppich?

Ein Hossein-Abad ist ein handgeknüpfter Teppich aus einem Dorf der Hamadan-Webregion im Westen Irans — einer der produktivsten Teppichlandschaften der Welt. Wie seine Nachbarn wird er einschüssig geknüpft, in der sogenannten Sennah-Baft-Technik, auf Baumwollgrund. Das gibt ein festes, flach liegendes Gewebe.

Handgeknüpfter Hossein-Abad-Teppich, Gesamtansicht

Das Wichtigste in Kürze

  • Hossein-Abad ist eines von unzähligen Dörfern des Hamadan-Bezirks. Der Name benennt den Knüpfort, nicht eine eigene Stilrichtung.
  • Einschüssig geknüpft (Sennah Baft): Zwischen zwei Knotenreihen liegt nur ein Schussfaden statt zweier. Das Gewebe wird dadurch fester und flacher.
  • Rund 250.000 Knoten pro Quadratmeter auf Baumwollkette, bei etwa zwölf Millimetern Flor.
  • Die Medaillonkomposition ist praktisch durchgängig.
  • Die Formate sind groß — im Mittel über sechs Quadratmeter. Das ist Wohnzimmergröße.

Was einschüssig geknüpft bedeutet

Zwischen zwei Knotenreihen liegt bei den meisten persischen Teppichen ein Paar Schussfäden: ein straffer und ein loser. Der lose drückt die Kettfäden in zwei Ebenen auseinander, wodurch das Gewebe dicker und weicher wird und die Rückseite ein deutliches Relief bekommt.

In der Hamadan-Region wird traditionell einschüssig gearbeitet — Sennah Baft. Zwischen den Knotenreihen liegt nur ein Schuss. Die Kettfäden bleiben dadurch in einer Ebene nebeneinander, das Gewebe wird flacher und fester, und die Rückseite zeigt ein sehr regelmäßiges, fast kariertes Knotenbild.

Praktisch heißt das: Der Teppich liegt flacher auf dem Boden und wandert weniger. Er ist weniger polstrig als ein zweischüssiger Teppich derselben Florhöhe, dafür formstabiler — ein Vorteil bei den großen Formaten, für die diese Region bekannt ist.

Woran man einen Hossein-Abad erkennt

Der erste Blick geht auf die Rückseite. Das einschüssige Gewebe zeigt ein auffallend regelmäßiges Knotenbild, bei dem die Kettfäden nebeneinander in einer Ebene liegen. Bei einem zweischüssigen Teppich sieht man stattdessen ein Relief, weil jede zweite Kette tiefer liegt.

Der zweite gilt der Komposition. Praktisch alle Stücke tragen ein zentrales Medaillon mit ausgearbeiteten Eckzwickeln — die klassische persische Anordnung, in dörflicher, etwas kantigerer Ausführung als in den Stadtmanufakturen.

Der dritte gilt der Größe. Wo viele Dorfgattungen bei vier bis fünf Quadratmetern enden, liegt der Durchschnitt hier darüber. Wer einen handgeknüpften Teppich für ein ganzes Wohnzimmer sucht, ohne den Aufpreis einer Stadtmanufaktur, ist bei den Hamadan-Dörfern richtig.

  1. Regelmäßiges, flaches Knotenbild auf der Rückseite — Kennzeichen der Einschusstechnik.
  2. Zentrales Medaillon mit Eckzwickeln, dörflich kantig ausgeführt.
  3. Baumwollkette, helle glatte Fransen.
  4. Große Formate von über sechs Quadratmetern.
  5. Fester, flach liegender Aufbau, der wenig wandert.

Für welchen Raum sich ein Hossein-Abad eignet

Über sechs Quadratmeter tragen eine ganze Sitzgruppe mit allen Möbelfüßen auf dem Teppich oder einen Esstisch samt zurückgeschobener Stühle — dort rechnet man rund achtzig Zentimeter Umlauf über die Tischkante hinaus.

Das feste, flache Gewebe ist dabei ein echter Vorteil. Es liegt ruhig, wandert kaum und braucht auf den meisten Böden keine Antirutschmatte.

Die Medaillonkomposition verlangt allerdings freie Mitte. Ein Sofa, das die Hälfte des Teppichs verdeckt, nimmt einem Medaillonteppich genau das, was ihn ausmacht — anders als bei einem durchgemusterten Feld.

Pflege

Saugen in Florrichtung, ohne rotierende Bürste.

Flecken sofort mit klarem Wasser und hellem Tuch von außen nach innen abtupfen, nicht reiben.

Bei einem großen Teppich im Wohnzimmer ist das Drehen ein- bis zweimal im Jahr der wirksamste einzelne Pflegeschritt: Die Fensterseite bleicht sonst über Jahre sichtbar schneller aus als die Zimmerseite.

Hossein-Abad oder Koliayie?

Beide sind westiranische Dorfknüpfereien auf Baumwollkette. Der Unterschied liegt in Technik, Dichte und Format.

KriteriumHossein-AbadKoliayie
RegionHamadan-BezirkKermānschāh
TechnikEinschüssig (Sennah Baft)Zweischüssig
Knotendichterund 250.000 / m²128.000 – 160.000 / m²
Typische Größeüber 6 m²3,5 – 5,5 m²
AufbauFlach und festKräftiger, polstriger

Zum ausführlichen Ratgeber: Was ist ein Koliayie-Teppich?

Häufige Fragen

Was ist Sennah Baft?

Die einschüssige Knüpftechnik: Zwischen zwei Knotenreihen liegt nur ein Schussfaden statt eines Paares. Das Gewebe wird dadurch flacher und fester, die Rückseite zeigt ein sehr regelmäßiges Knotenbild. Sie ist typisch für die Hamadan-Region und hat mit der Stadt Senneh nur den Namen gemein.

Ist ein einschüssiger Teppich schlechter?

Nein, nur anders gebaut. Er ist flacher und formstabiler, dafür weniger polstrig als ein zweischüssiger Teppich gleicher Florhöhe. Bei großen Formaten ist die Formstabilität ein Vorteil, weil der Teppich ruhiger liegt.

Wo genau liegt Hossein-Abad?

Es ist ein Dorf in der Hamadan-Webregion im Westen Irans. Der Name ist in Persien häufig — entscheidend ist die Region: Hamadan ist eine der produktivsten Teppichlandschaften überhaupt, und ihre Dörfer teilen Technik und Formensprache.

Eignet sich ein Hossein-Abad für den Esstisch?

Ja, das ist eine seiner Stärken. Die Formate liegen im Mittel über sechs Quadratmetern, und das flache, feste Gewebe lässt Stühle laufen, ohne dass sie einsinken. Achten Sie auf rund achtzig Zentimeter Umlauf über die Tischkante hinaus.

Warum sieht die Rückseite so regelmäßig aus?

Weil die Kettfäden bei einschüssiger Knüpfung nebeneinander in einer Ebene liegen statt in zwei. Das ergibt ein flaches, fast kariertes Knotenbild — und ist das schnellste Merkmal, an dem man die Technik erkennt.

Muster im Überblick

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