Zwischen Knüpfteppich und Kelim
Ein vollgeknüpfter Teppich hat einen Flor von zwölf bis achtzehn Millimetern, weich und federnd. Ein Kelim hat gar keinen: das Muster entsteht allein aus Kette und Schuss, und der Teppich ist auf beiden Seiten gleich.
Nim Baft liegt dazwischen. Es wird geknüpft, aber der Flor bleibt kurz — rund acht Millimeter. Das Ergebnis ist eine Oberfläche, die man als Textur wahrnimmt statt als Polster: fester unter dem Fuß als ein hochfloriger Teppich, aber nicht so flach und textil wie ein Kelim.
Der Name sagt das ohne Umschweife. Nim heißt halb, baft heißt gewebt. Wer das weiß, muss die Gattung nicht erklärt bekommen — sie erklärt sich selbst.
Die Soosani-Stickerei
Viele Nimbaft-Arbeiten tragen zusätzlich Stickerei. Die Technik ähnelt der Soosani-Tradition, bei der Motive mit Nadel und Faden auf das fertige Gewebe aufgebracht werden statt sie einzuknüpfen.
Das ergibt eine zweite Ebene: geknüpfter Grund, aufgestickte Zeichnung. Die aufgebrachten Motive stehen leicht erhaben und fangen Licht anders als der Flor darunter.
Für den Käufer heißt das, genauer hinzusehen. Eine Stickerei ist mechanisch empfindlicher als ein Knoten — sie sitzt auf dem Gewebe und nicht darin. Ein Staubsauger mit rotierender Bürste ist hier keine schlechte Idee, sondern schlicht ausgeschlossen.
- Reduzierter Flor von rund acht Millimetern.
- Texturierte statt plüschiger Oberfläche.
- Häufig aufgestickte Motive über dem geknüpften Grund.
- Baumwollkette mit hellen, glatten Fransen.
- Rund 250.000 Knoten trotz niedriger Florhöhe.
Für welchen Raum sich ein Nimbaft eignet
Der flache Aufbau baut wenig auf und passt unter Türen, die knapp über dem Boden schließen. Stühle laufen darüber, statt einzusinken.
Die texturierte Oberfläche ist eine Entscheidung. Wer weichen, tiefen Flor unter den Füßen sucht, ist hier falsch; wer eine Oberfläche mit Charakter will, die man sieht statt nur spürt, richtig.
Wo Stickerei aufgebracht ist, gehört der Teppich nicht in den Hauptlaufweg. Ein Flur mit täglichem Betrieb belastet die aufgesetzten Fäden stärker als der geknüpfte Grund es bräuchte.
Pflege
Saugen ohne rotierende Bürste, in Florrichtung. Bei aufgestickten Motiven ist die Bürste ausgeschlossen — sie zieht an Fäden, die auf dem Gewebe sitzen und nicht darin verankert sind.
Flecken sofort mit klarem Wasser und hellem Tuch von außen nach innen abtupfen. Auf niedrigem Flor bleibt eine aufgeraute Stelle sichtbar, also tupfen statt reiben.
Nicht ausklopfen, wenn Stickerei vorhanden ist. Was einem dichten Wollteppich nichts anhat, lockert aufgesetzte Fäden.
Nimbaft oder Kelim?
Beide liegen abseits des vollflorigen Teppichs. Der Unterschied ist, ob überhaupt Flor vorhanden ist.
| Kriterium | Nimbaft | Kelim |
|---|---|---|
| Aufbau | geknüpft, Flor reduziert | gewebt, ohne Flor |
| Florhöhe | rund 8 mm | kein Flor, 3–5 mm gesamt |
| Beidseitig nutzbar | nein | ja |
| Oberfläche | texturiert | flach und textil |
| Verzierung | oft aufgestickt | im Gewebe |
Zum ausführlichen Ratgeber: Kelim oder geknüpfter Teppich: was ist der Unterschied?
Häufige Fragen
Was bedeutet Nimbaft?
Auf Persisch wörtlich „halb gewebt": nim heißt halb, baft heißt gewebt. Der Name benennt die Technik — halbflorige Arbeiten zwischen einem vollgeknüpften Teppich und einem Flachgewebe — und nicht einen Ort.
Ist ein Nimbaft ein Kelim?
Nein. Ein Kelim hat gar keinen Flor; das Muster entsteht allein aus Kette und Schuss, und beide Seiten sind gleich. Ein Nimbaft wird geknüpft, nur bleibt der Flor mit rund acht Millimetern kurz. Er hat eine Vorder- und eine Rückseite.
Was ist Soosani-Stickerei?
Eine Technik, bei der Motive mit Nadel und Faden auf das fertige Gewebe aufgebracht werden, statt sie einzuknüpfen. Sie stehen dadurch leicht erhaben und fangen Licht anders als der Flor darunter — und sie sind mechanisch empfindlicher, weil sie auf dem Gewebe sitzen und nicht darin.
Fühlt sich ein Nimbaft hart an?
Fester als ein hochfloriger Teppich, aber nicht hart. Rund acht Millimeter geben noch spürbaren Flor; die Oberfläche wird als Textur wahrgenommen statt als Polster. Wer weichen, tiefen Flor sucht, ist bei einem Gabbeh besser aufgehoben.
Wie pflege ich einen Nimbaft mit Stickerei?
Ohne rotierende Bürste saugen und nicht ausklopfen. Die aufgestickten Fäden sitzen auf dem Gewebe und nicht darin verankert; beides zieht an ihnen. Flecken abtupfen statt reiben, weil auf niedrigem Flor eine aufgeraute Stelle sichtbar bleibt.










