
Ghashghai
277 × 209 cm
4.050 €











4.050 €
inkl. MwSt.
Auf Lager · Versandbereit
Ein Schiras – auch Shiraz geschrieben – aus dem Süden Irans, 292 mal 203 Zentimeter, geknüpft in einem der Dörfer rund um die Provinzhauptstadt Fars, wo Qashqai-, Khamseh- und Luri-Weberinnen seit Generationen ihre Muster aus dem Gedächtnis auf den Teppich bringen. Bekannt ist diese Herkunft für kühne Rautenmedaillons auf dichtem geometrischem Grund. Hier erscheint das Muster als Seh Torandj, die klassische Form mit drei Medaillons.
Der erste Eindruck ist ein tiefes Ziegelrot, das das gesamte Feld trägt und von einem engen geometrischen Rautenraster durchzogen wird. Darüber liegen drei Rautenmedaillons in kräftigem Navy, die nicht einzeln im Feld schweben, sondern an ihren Spitzen ineinandergreifen und eine durchgehende Kette entlang der Mittelachse bilden. Kleine Sterne in Rostorange und Petrol setzen Akzente in den Medaillonkernen, während Elfenbein die Rauten und Sechsecke ringsum aufhellt. Den Abschluss bildet eine breite Navy-Bordüre mit einem wiederkehrenden Baum- und Blütenmotiv in Creme und Rost, die sich klar vom roten Feld absetzt und rund ein Fünftel der Breite einnimmt.
Geknüpft wurde dieser Teppich von Hand, ohne gezeichnete Vorlage – das Muster lebt allein im Gedächtnis der Weberin, die es aus der Familientradition übernommen und beim Knüpfen selbst weitergeführt hat. Genau daher rührt die Verbindung der drei Medaillone: Eine Werkstattarbeit hätte sie vermutlich exakt symmetrisch und getrennt gesetzt, hier aber wachsen sie ineinander, wie es der Fluss der Arbeit an diesem Stück ergeben hat. Die Wolle ist handgesponnen, nicht maschinell versponnen, wodurch die Fasern ungleichmäßig dick bleiben und Licht nicht glänzend, sondern matt zurückwerfen – daher die warme, samtige Oberfläche. Die Baumwollkette darunter gibt dem dichten, mittelhohen Wollgeflecht seine Stabilität und hält es auch nach Jahrzehnten in Form.
Bei einer Größe von 292 mal 203 Zentimetern findet dieser Schiras seinen Platz unter einem Esstisch oder als Mittelpunkt einer großzügigen Sitzgruppe im Wohnzimmer. Das tiefe Ziegelrot hält sich souverän gegen dunkles Holz und schwarzes Leder, während die Navy-Töne aus Medaillon und Bordüre einen ruhigen Rahmen ziehen, ohne den Raum zu erdrücken. Unter den Füßen zeigt er sich dicht und griffig, mit einem mittelhohen Flor, der Trittspuren gut verzeiht – ein Teppich, der für den Alltag gedacht ist, nicht für die Vitrine. Wandert das Licht am Nachmittag durch den Raum, folgt der Blick fast von selbst der Kette der drei Medaillone, die sich von einer Ecke zur nächsten zieht und dem Raum eine stille Bewegung schenkt, die ein einzelnes Medaillon niemals hätte.
Mehr über Ghashghai-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Mit 292 × 203 cm (5,93 m²) ist das ein großer Teppich. Er passt unter eine Sitzgruppe, wenn die Vorderfüße von Sofa und Sesseln daraufstehen, oder unter einen Esstisch für vier. Für sechs Personen am Tisch rechnet man rund 80 cm Umlauf und braucht mehr.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 211222