
Belutsch
166 × 87 cm
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Dieser Läufer ist ein Belutsch, geknüpft von Nomadenfamilien in den Grenzgebieten des südöstlichen Iran, 201 mal 97 Zentimeter groß. Diese Webtradition ist bekannt für ihre erdige, satte Farbigkeit und für Muster, die aus dem Gedächtnis entstehen, ohne gezeichnete Vorlage, von Generation zu Generation weitergegeben. Ziegelrot und dunkles Indigo gehören zu ihren Kennfarben, ebenso die kräftige, eckige Geometrie, die solche Stücke sofort erkennbar macht.
Über das Feld liegt ein tiefes Ziegelrot, warm und dicht. Darauf reiht sich mittig eine Säule aus drei ineinandergreifenden Stufendiamant-Medaillons, in nahezu schwarzem Braun gehalten, mit cremeweißen Konturen und kleinen Tupfen aus Senfgelb, Orange und zartem Rosa im Inneren. Die Anordnung wirkt wie ein Rückgrat, das den schmalen Läufer der Länge nach zusammenhält. Eingefasst wird das Ganze von einer breiten, dunkelbraunen Bordüre, in die gezackte Haken- und Sternmotive eingeknüpft sind, ein Echo der Medaillons am Rand.
Geknüpft ist der Teppich aus handgesponnener Wolle auf Baumwollkette, mit rund 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter. Das ist eine Dichte, die Struktur und Kontur zulässt, ohne die charakteristische Handschrift der Nomadenknüpferin zu glätten. Weil die Wolle von Hand gesponnen wurde, bleibt ihr Faden ungleichmäßig im Durchmesser, was der Oberfläche eine feine Riffelung gibt und das Licht anders bricht als bei maschinell versponnener Wolle. Ohne gezeichnete Vorlage entstand die Säule der drei Medaillons ganz aus der Erinnerung, weshalb kein Diamant dem anderen exakt gleicht.
Als Läufer gehört dieses Stück in den Flur oder die Diele, dort, wo man ihn täglich betritt statt nur betrachtet. Das Ziegelrot bringt Wärme in einen hellen Boden und hält sich zugleich neben dunklem Holz, während die dunkelbraune Bordüre den Weg optisch fasst. Unter dem Fuß liegt er dicht und fest, dem täglichen Kommen und Gehen gewachsen. Fällt Licht seitlich darüber, treten die kleinen Farbtupfen in den Medaillons hervor und geben dem Weg durchs Haus jeden Tag einen neuen Akzent.
Mehr über Belutsch-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Traditionelles Gewebe
Mit 201 × 97 cm (1,95 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 1,95 m² sind das rund 250.000 bis 310.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 245375