
Senneh
352 × 254 cm
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Ein Sanandaj aus der gleichnamigen Hauptstadt der iranischen Provinz Kurdistan, 156 mal 119 Zentimeter, geknüpft in den Werkstätten, die dieser Stadt ihren Ruf als feinste kurdische Weberei überhaupt eingebracht haben. Sanandaj, historisch auch als Senneh bekannt, steht seit dem frühen 19. Jahrhundert für eine Präzision der Zeichnung, die man von tribalen kurdischen Arbeiten sonst nicht kennt, und für einen eng geschorenen Flor, der jede Linie scharf hält.
Der erste Eindruck ist ein kräftiges, warmes Ziegelrot, aus dem sich drei gestapelte Zackenmedaillons in tiefem Marineblau abheben, jedes mit einem cremefarbenen Diamantkern in der Mitte. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass diese drei Kerne nicht gleich gefärbt sind – zwei sind zart rosa, einer elfenbeinfarben –, sodass das Auge eine Abfolge liest statt einer reinen Wiederholung. Um diese Mitte legt sich dichtes kleinteiliges Blumenwerk, und den Abschluss bildet eine breite, fast schwarze Bordüre mit rotem, rosafarbenem und blauem Blütenmuster, die etwa ein Sechstel der Breite einnimmt und den roten Grund noch dunkler wirken lässt.
Diese Feinheit kommt aus der Machart: Bei einer Knotendichte von 201.000 bis 250.000 pro Quadratmeter lassen sich Konturen wie die Haken der Medaillone so scharf zeichnen, wie man es hier sieht, während der Flor aus handgesponnener Wolle über der Baumwollkette der Oberfläche ihre leicht unregelmäßige, matte Textur gibt statt der glatten Egalität maschinengesponnenen Garns. Die Florhöhe von 12 Millimetern hält das Muster kompakt und die Zeichnung lesbar. Dass die drei Medaillone dennoch nicht identisch gefärbt sind, ist in dieser Präzisionsarbeit kein Zufall, sondern die Handschrift des Webers innerhalab des vorgegebenen Kartons – ein Stück, das seit vierzig bis sechzig Jahren genau so gewebt daliegt.
Ein Teppich dieser Größe findet seinen Platz im Schlafzimmer, neben dem Bett oder vor einer kleinen Sitzbank, wo man ihn morgens als Erstes unter den Füßen spürt. Das satte Rot hält sich gegen dunkles Holz und wärmt einen hellen Boden gleichermaßen, ohne den Raum zu erdrücken. Der Flor ist dicht, kurz und angenehm fest, gemacht für tägliches Barfußgehen, nicht zum Schonen gedacht. Bei Morgenlicht verschiebt sich der Blick jedes Mal ein wenig zwischen den drei Medaillonen – und genau darin liegt der stille Reiz dieses Stücks.
Mehr über Senneh-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Feines Qualitätsgewebe
Mit 156 × 119 cm (1,86 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 201.000 bis 250.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 1,86 m² sind das rund 370.000 bis 460.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 275223