
Belutsch
166 × 87 cm
359 €













528 €
inkl. MwSt.
Auf Lager · Versandbereit
Ein Belutsch, auch Baloutsch geschrieben, geknüpft im Grenzland zwischen dem südöstlichen Iran und seinen Nachbarregionen, wo Nomadenfamilien seit Generationen aus dem Gedächtnis weben, ohne Vorlage und ohne Werkstatt. Mit 170 mal 90 Zentimetern ist dieses Stück ein kompaktes Format, wie es für die tragbaren Webstühle dieser Weberinnen typisch war. Belutsch-Teppiche sind bekannt für ihre kräftige Geometrie und satten Erdtöne aus Rot und Indigo, seltener jedoch für figürliche Motive, wie sie hier auftauchen.
Der erste Eindruck ist Dunkelheit mit Feuer darin: ein tiefes Ziegelrot liegt auf fast schwarzem Indigogrund. Aus diesem Feld wächst ein großer, spitz zulaufender Diamant, gebildet aus einem dichten Gitter kleiner rot-elfenbeinfarbener Rosetten. In den vier Eckzwickeln, die in Elfenbein gehalten sind, stehen wiederkehrende Kamelfiguren – ruhig, klar gezeichnet, ein Motiv, das man bei Belutsch-Stücken selten in dieser Deutlichkeit findet. Den Abschluss bildet eine breite ziegelrote Bordüre, durchzogen von schmalen Zickzack- und Rautenstreifen in Creme und Schwarz, die das dunkle Feld sauber einfassen.
Geknüpft wurde dieser Teppich aus handgesponnener Wolle auf einer Kette aus Baumwolle, mit rund 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter. Das ist eine Dichte, die für nomadische Webstühle beachtlich ist und dem flachen, gleichmäßigen Flor seine Festigkeit gibt. Weil die Wolle von Hand gesponnen wurde, bleibt sie im Durchmesser leicht unregelmäßig, was der Fläche ihre feine Textur gibt, ohne das Muster zu stören. Und weil kein Karton vorlag, sondern nur die Erinnerung der Weberin, sitzen die Kamele nicht in perfekter Spiegelung – jedes Tier trägt eine eigene kleine Abweichung, die einzige Unterschrift, die eine Nomadenweberin hinterlässt.
Ein Format wie dieses gehört als Vorleger neben das Bett im Schlafzimmer oder in einen schmalen Flur, wo das Rot aus dem dunklen Grund heraus wirkt. Auf hellem Boden bringt das Ziegelrot Wärme, gegen dunkles Holz hält das Indigo mühelos stand. Unter dem Fuß fühlt er sich fest und dicht an, gemacht für den täglichen Weg, nicht nur zum Betrachten. Am Morgen, wenn das Licht flach hereinfällt, bleibt der Blick immer wieder an den Kamelen in den Ecken hängen.
Mehr über Belutsch-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Traditionelles Gewebe
Mit 170 × 90 cm (1,53 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 1,53 m² sind das rund 200.000 bis 240.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 398457