
Belutsch
166 × 87 cm
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Ein Belutsch-Läufer aus dem Grenzland des südöstlichen Iran, 288 mal 78 Zentimeter, geknüpft von Nomadenfamilien, die ihre Muster nie auf Papier zeichneten, sondern aus dem Gedächtnis webten. Diese Webtradition ist für ihre erdige Farbpalette bekannt, für tiefe Rottöne neben dunklem Indigo, und für eine Geometrie, die kantig bleibt und trotzdem persönlich wirkt. Bei diesem Stück tritt zu dieser Strenge etwas Ungewöhnliches hinzu: eine fast architektonische Ordnung, die man bei Läufern dieser Herkunft selten in dieser Klarheit findet.
Der Blick fällt zuerst auf ein sandbeiges Mittelfeld, das von zwei kräftig roten Endstücken gerahmt wird. Im Feld liegt ein feines diagonales Gitter aus winzigen gezackten Farbstrichen, in Rot, Dunkelblau, Olivgrün, Altrosa und Elfenbein, das sich über die gesamte Länge wiederholt und genau in der Mitte von einem einzelnen kleinen Achteckmedaillon unterbrochen wird. An beiden Enden übernehmen zwei übereinandergestellte Achteckmedaillons die Rolle fester Anker, wie zwei Buchstützen um das ruhige Mittelstück. Eine schmale, gezackte dunkle Zickzacklinie schließt das Sandfeld unmittelbar ein, bevor eine breitere rote Bordüre mit kleinteiligen geometrischen Motiven den Läufer nach außen abschließt, insgesamt etwa ein Fünftel der Gesamtbreite.
Geknüpft wurde dieser Läufer von Hand, mit handgesponnener Wolle im Flor und einer Kette aus Baumwolle, ohne Musterkarte, allein nach dem inneren Bild der Weberin. Handgesponnene Wolle läuft nie ganz gleichmäßig dick, und genau diese kleinen Unregelmäßigkeiten geben der feinen diagonalen Zackenlinie ihre leichte Riffelung und dem ganzen Feld seine matte, warme Oberfläche statt einer glatten, industriellen Fläche. Dass die beiden Endpanels mit ihren gepaarten Medaillons so symmetrisch zueinander stehen, obwohl nichts vorgezeichnet war, verrät eine geübte, sehr bewusste Hand, die ihr Muster genau kannte und trotzdem Raum für die eigene Handschrift ließ.
In einem Flur oder einer Diele entfaltet dieser Läufer genau die Wirkung, für die sein Format gemacht ist: Das Sandbeige nimmt vorhandenes Streiflicht auf und trägt es weiter, während die roten Endfelder wie zwei ruhige Haltepunkte wirken, an denen der Blick kurz verweilt. Der Flor liegt dicht und niedrig, fest genug für tägliches Kommen und Gehen, und die feine Zeichnung bleibt auch unter Schuhen klar erkennbar. Wandert das Tageslicht über den Läufer, wechselt das Rot der Endpanels zwischen kräftig und gedämpft, je nach Winkel, und genau dieses leise Spiel ist es, das man an einem solchen Stück jeden Tag aufs Neue bemerkt.
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Mit 288 × 78 cm (2,25 m²) ist das ein Läufer. Er liegt in einem Flur, einer Diele, auf einem Treppenabsatz oder längs neben einem Bett. Für die Mitte eines Raumes ist er zu schmal.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 441462