
Khorjin
126 × 56 cm
415 €












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Ein Khorjin ist eine doppelte Satteltasche, wie sie nomadische Familien im Nordosten Irans für den Transport auf Pferd oder Kamel knüpften und webten. Dieses Stück misst 242 mal 100 Zentimeter und stammt aus Khorasan, jener Region, die für ihre großformatigen Medaillon-Teppiche in Rot und Blau berühmt ist. Hier zeigt sich die andere Seite derselben Tradition: kein Palastteppich, sondern ein Gebrauchsstück aus dem Alltag der Weberfamilie.
Der erste Eindruck sind zwei rote, dicht gemusterte Felder, verbunden durch eine breite, gestreifte Bahn ohne Flor. Das Rot ist ein tiefes Ziegelrot, in der Mitte von sandbraunen Streifen durchzogen. Auf jedem der beiden Felder stapeln sich navyblaue Rautenmedaillons, innen mit kleinen rostorangen und cremefarbenen Akzenten. Eine schmale rote Zwickelborte mit weiß konturierten Rosetten rahmt die Felder, dahinter läuft eine dunkelblaue Stufenbordüre. In der Mittelbahn sitzen elfenbeinweiße Diamantgitter-Felder mit gezacktem Rand – wie aufgenähte Taschenklappen.
Die beiden Felder sind aus handgesponnener Wolle geknüpft, dicht und kurzflorig – das ist der Teil, der einst über der Tasche lag und Reibung aushalten musste. Die Mittelbahn dagegen ist flach gewebt, ohne Flor, leichter und beweglicher, damit sie sich über den Rücken des Tieres legen ließ. Ein Baumwollkettfaden hält beide Techniken zusammen und sorgt für Stabilität. Bei sechs Millimetern Gesamtdicke bleibt das Stück trotz der doppelten Bauweise erstaunlich flach. Entstanden ist es aus dem Gedächtnis der Weberin, ohne Vorlage; die Anordnung der Rauten wechselt von Feld zu Feld.
Mit seiner länglichen Form findet dieser Khorjin seinen Platz im Flur oder als Wandstück im Arbeitszimmer, wo die beiden Felder wie ein Bild wirken. Auf hellem Boden setzt das Ziegelrot einen warmen Akzent, das dunkle Navy hält dagegen. Die geknüpften Enden sind fest und griffig, die flache Mitte glatt und leicht – eher zum Betrachten gedacht als für starken Trittverkehr. Im Streiflicht treten die weißen Taschenklappen hervor und geben dem Stück grafischen Charakter.
Qashqai-Teppiche werden von der Qashqai-Konföderation geknüpft, einem türkischen Nomadenvolk, das saisonal durch das Zagros-Gebirge der Provinz Fars im Südwesten des Iran zieht. Vollständig aus Wolle gefertigt, Flor, Kette und Schuss aus den eigenen Herden, gehören sie zu den feinsten Nomadenteppichen des Iran, mit kühnen geometrischen Rautenmedaillons und satten natürlichen Farben.
Stilisierte Tiere, Vögel, Blumen und Stammessymbole werden freihändig aus dem Gedächtnis geknüpft, ohne Vorlage oder Musterkarton. Die lanolinreiche Wolle von den Weiderouten der Qashqai erzeugt einen markanten natürlichen Glanz. Charakteristisch rot oder braun gefärbte Schussfäden und Barber-Pole-Kanten sind verlässliche Erkennungsmerkmale.
Traditionelle Handwerkskunst
Mit 242 × 100 cm (2,42 m²) ist das ein Läufer. Er liegt in einem Flur, einer Diele, auf einem Treppenabsatz oder längs neben einem Bett. Für die Mitte eines Raumes ist er zu schmal.
Nein — dieses Stück ist handgewebt, nicht geknüpft. Ein Flachgewebe hat keinen Flor: die Musterung entsteht allein aus Kette und Schuss. Das macht es dünn, leicht und auf beiden Seiten verwendbar, und es ist eine eigene Technik, keine einfachere Variante des geknüpften Teppichs.
Regelmäßig saugen, am besten in Richtung des Gewebes und ohne rotierende Bürste. Ein Flachgewebe lässt sich wenden, was den Verschleiß gleichmäßig verteilt — drehen Sie es ein- bis zweimal im Jahr. Flecken sofort mit klarem Wasser und einem hellen Tuch von außen nach innen abtupfen, niemals reiben.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 562041