
Khorjin
126 × 56 cm
415 €










504 €
inkl. MwSt.
Auf Lager · Versandbereit
Dieser Teppich ist ein Khorjin, ein Taschengesicht aus dem Nordosten Irans, aus der historischen Weberregion Khorasan. Mit 117 mal 59 Zentimetern gehört er zu den kleineren Formaten des Hauses. Khorasan ist für weitläufige Medaillonteppiche berühmt, doch dieses Stück stammt aus dem nomadischen Leben der Region: eine Doppeltasche, geknüpft, um Hab und Gut auf dem Rücken eines Tieres zu tragen, nicht um auf dem Boden zu liegen.
Der erste Eindruck sind zwei spiegelgleiche elfenbeinfarbene Felder, dicht gefüllt mit gestapelten geometrischen Medaillons. Der Grund ist ein feines Rautengitter, übersät mit kleinen Kreuzmotiven, aus dem sich eine Kette gestufter, vieleckiger Medaillons erhebt. Jedes Feld trägt eine schmale, tiefrote Bordüre aus winzigen achteckigen Rosetten, die sich kräftig vom hellen Grund abhebt. Zwischen den beiden Feldern verbindet ein schmaler, gestreifter Flachgewebestreifen mit feinen orangen und blauen Fäden die beiden Taschenhälften.
Beide Felder wurden einzeln handgeknüpft, aus handgesponnener Wolle auf Baumwollkette, mit 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter. Das reicht, um die kleinen Kreuze und die gestuften Medaillonkonturen sauber zu zeichnen, ohne dass das Muster verschwimmt. Erst nach dem Knüpfen der beiden Hälften wurde der verbindende Streifen flach gewebt und dazwischengesetzt, sichtbar an seiner anderen Struktur. Der Flor bleibt mit 12 Millimetern angenehm dicht und griffig, mit dem leichten Rippenschimmer, den handgesponnene Wolle im Licht zeigt.
So klein gehalten, findet dieser Khorjin seinen Platz als Vorleger vor einem Sessel oder im Arbeitszimmer, wo man ihm nah kommt und die Details lesen kann. Auf hellem Boden wärmt das Elfenbein, während das Burgunderrot der Bordüre Kontur gibt, ohne den Raum zu erdrücken. Unter den Füßen ist er dicht und fest, gemacht für tägliche Wege, nicht zum Schonen gedacht. Im Streiflicht treten die kleinen Rosetten und Kreuzmotive einzeln hervor, ein Muster, das man immer wieder neu entdeckt.
Qashqai-Teppiche werden von der Qashqai-Konföderation geknüpft, einem türkischen Nomadenvolk, das saisonal durch das Zagros-Gebirge der Provinz Fars im Südwesten des Iran zieht. Vollständig aus Wolle gefertigt, Flor, Kette und Schuss aus den eigenen Herden, gehören sie zu den feinsten Nomadenteppichen des Iran, mit kühnen geometrischen Rautenmedaillons und satten natürlichen Farben.
Stilisierte Tiere, Vögel, Blumen und Stammessymbole werden freihändig aus dem Gedächtnis geknüpft, ohne Vorlage oder Musterkarton. Die lanolinreiche Wolle von den Weiderouten der Qashqai erzeugt einen markanten natürlichen Glanz. Charakteristisch rot oder braun gefärbte Schussfäden und Barber-Pole-Kanten sind verlässliche Erkennungsmerkmale.
Traditionelles Gewebe
Mit 117 × 59 cm (0,69 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 0,69 m² sind das rund 90.000 bis 110.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 947841