
Belutsch
166 × 87 cm
359 €














484 €
inkl. MwSt.
Auf Lager · Versandbereit
Vor uns liegt ein Belutsch-Läufer, 205 mal 105 Zentimeter, geknüpft in den Grenzlanden des südöstlichen Iran, wo Stammesfamilien seit Generationen aus dem Gedächtnis weben. Bekannt sind diese Teppiche für ihre kräftige, kantige Geometrie und für satte Rot- und Indigotöne, oft in Gebetsteppich-Layouts mit einer einzelnen Mihrab-Nische. Dieses Stück wählt einen anderen Weg: Statt einer Mitte reiht es Rauten aneinander wie Perlen an einer Schnur.
Der erste Eindruck ist ein dichtes Feld aus Ziegelrot und dunklem Braun, das den Läufer über seine volle Länge durchzieht. Darin folgt eine Säule aus rautenförmigen, medaillonartigen Kompartimenten, jedes mit dunkelbraun-schwarzem Grund und einer goldbraunen Raute darin, fein mit Elfenbein umrandet. Kein einzelnes Medaillon beherrscht die Fläche, stattdessen entsteht ein Rhythmus aus wiederkehrenden Formen. Eine breite Bordüre in Rostrot fasst das dunklere Feld ein, mit einem sich wiederholenden Rauten-und-Haken-Muster in Dunkelbraun und Creme.
Geknüpft wurde dieser Läufer aus handgesponnener Wolle auf einer Kette aus Baumwolle, mit etwa 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter, eine Dichte, die eine nomadische Weberin an ihrem tragbaren Webstuhl gut bewältigen konnte, ohne vorgezeichnetes Muster vor Augen. Handgesponnenes Garn läuft nie ganz gleichmäßig dick, deshalb wirkt die Oberfläche leicht genarbt und die Diagonalen der Rauten zeigen eine feine Riffelung statt einer glatten Linie. Weil die Weberin aus dem Gedächtnis arbeitete, entstand keine symmetrische Mitte, sondern jene aneinandergereihte Säule aus Rauten, die dem Stück seinen eigenen Takt gibt. Mit sechs Millimetern Florhöhe und zwanzig bis vierzig Jahren auf dem Buckel hat der Teppich seine Festigkeit längst bewiesen.
In einem Flur oder einer Diele entfaltet dieser Läufer seine Wirkung am besten, denn seine Länge folgt genau dem Weg, den man ohnehin geht, und die Säule aus Rauten führt das Auge Schritt für Schritt mit. Das Ziegelrot erwärmt einen hellen Dielenboden und hält sich neben dunklem Holz ebenso selbstverständlich. Unter den Füßen liegt der Teppich fest und dicht, gemacht, um begangen zu werden, nicht um geschont zu werden. Fällt Licht flach über den Boden, zeichnet es die Riffelung der Rauten nach und lässt die ganze Reihe aufleuchten, jeden Tag ein wenig anders.
Mehr über Belutsch-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Traditionelles Gewebe
Mit 205 × 105 cm (2,15 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 2,15 m² sind das rund 280.000 bis 340.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 565424