
Belutsch
166 × 87 cm
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Ein Belutsch aus dem Grenzland zwischen Iran und Afghanistan, 210 mal 110 Zentimeter, geknüpft von Nomadenfrauen, die ihr Muster aus dem Gedächtnis auf einen tragbaren Webstuhl brachten. Belutsch-Teppiche sind für ihre erdige, satte Farbwelt bekannt und für eine Geometrie, die sich meist in dichten Rautenfeldern oder Gebetsnischen wiederholt. Dieses Stück hält an der dunklen Farbtiefe fest, verlässt aber die reine Geometrie: Seine Bordüre erzählt eine eigene Geschichte.
Der erste Eindruck ist ein tiefes Schiefer-Blauviolett, fast Nacht, auf dem sich unzählige kleine Rosetten in Ziegelrot und Rostorange in schrägen Reihen wiederholen, dicht an dicht, ohne Zentrum und ohne Pause. Erst am Rand löst sich das Feld auf: Eine breite, nachtblaue Bordüre, gut ein Sechstel der Teppigbreite, trägt eine Reihe stilisierter Hirsche mit Geweih, in Rot, Cremeweiß und Kamel gehalten. Wo Belutsch-Bordüren meist floral bleiben, hat hier jemand Tiere gewollt, klar erkennbar, klar wiederholt, kein Zufall der Wolle.
Die Wolle wurde von Hand versponnen, bevor sie geknüpft wurde, und das sieht man: Statt eines glatten, glänzenden Flors liegt eine leicht unregelmäßige, matte Oberfläche vor einem, die das Licht schluckt statt es zu werfen und die dunkle Farbtiefe des Feldes noch dunkler wirken lässt. Mit 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter ist die Bindung locker genug, dass die Bordürenfiguren nicht fein gezeichnet, sondern kraftvoll blockhaft geraten sind, genau die Klarheit, die ein Hirsch auf diesem Raster braucht, um als Hirsch erkennbar zu bleiben. Zwanzig bis vierzig Jahre alt, hat der Teppich seine Kontur behalten, ohne an Kraft zu verlieren.
Auf dieser Breite eignet sich der Teppich hervorragend für den Flur oder die Diele, wo er als Erstes ins Auge fällt, oder neben dem Bett im Schlafzimmer, wo man morgens direkt auf die Hirschreihe tritt. Das dunkle Feld nimmt wenig Licht auf und wirkt deshalb selbst in fensterlosen Fluren satt und warm, während Rot und Kamel in der Bordüre auch bei Kunstlicht sichtbar bleiben. Unter den Füßen liegt er flach und dicht, fest genug für tägliches Kommen und Gehen, ohne dass man ihn schonen müsste. Wer öfter an ihm vorbeigeht, wird irgendwann die Hirsche zählen.
Mehr über Belutsch-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Traditionelles Gewebe
Mit 210 × 110 cm (2,31 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 2,31 m² sind das rund 300.000 bis 370.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 736326