
Bidjar Garus | Exclusive
320 × 140 cm
4.032 €













3.300 €
inkl. MwSt.
Auf Lager · Versandbereit
Dies ist ein Garrous – auch Garrus geschrieben – ein kurdischer Stammesteppich aus der Bijar-Region im iranischen Kurdistan, geknüpft als Läufer mit 283 mal 136 Zentimetern. Die Garrous-Weberei gehört zu den dichtesten und widerstandsfähigsten Traditionen persischer Knüpfkunst überhaupt – man spricht von einer fast eisernen Festigkeit, die diese Teppiche über Generationen hinweg tragfähig macht. Anders als in den Werkstätten der Städte wird hier aus dem Gedächtnis geknüpft, Stamm für Stamm, ohne gezeichnete Vorlage.
Der erste Eindruck ist Dunkelheit: ein tiefes Schwarzblau legt sich als Grund über die gesamte Länge des Läufers. Darüber liegt ein dichtes Rautengitter im Mahi-Muster, das sich gleichmäßig über die Fläche wiederholt, kleine Rosetten in Creme und Ziegelrot, dazwischen stahlblaue und altrosa Akzente, die im Gitter aufblitzen. Vor dem fast schwarzen Grund treten diese Farben mit einer Klarheit hervor, die dem Mahi-Muster selten gelingt. Den Abschluss bildet eine breite ziegelrote Bordüre mit geschwungenen Ranken- und Palmettenformen, die sich deutlich vom dunklen Feld absetzt und rund ein Fünftel der Breite einnimmt.
Geknüpft wurde mit handgesponnener Wolle auf einer Kette aus Baumwolle, in einer Dichte von 201.000 bis 250.000 Knoten pro Quadratmeter. Handgesponnenes Garn läuft nie ganz gleichmäßig dick – genau das gibt der Oberfläche ihre leicht unruhige, tastbare Struktur. Die Dichte reicht, um die kleinen Rosetten des Mahi-Musters scharf zu zeichnen, und liefert zugleich jene feste, fast eiserne Bindung, für die Bijar-Teppiche bekannt sind. Vierzig bis sechzig Jahre haben die Wolle mattiert, ohne dass der Kontrast zwischen dem dunklen Grund und den roten, cremefarbenen Tönen gelitten hätte.
Als Läufer gehört dieses Stück in einen Flur oder eine Diele, dort, wo man ihn täglich betritt statt nur betrachtet. Das tiefe Schwarzblau verzeiht Straßenschuhe und wechselndes Licht, während die ziegelrote Bordüre auch einen fensterlosen Gang mit Wärme füllt. Unter dem Fuß liegt er dicht und fest, fast unnachgiebig, gemacht, um über Jahrzehnte hinweg begangen zu werden, nicht geschont. Fällt Licht seitlich über den Flor, zeichnet es die leicht unregelmäßige Struktur der handgesponnenen Wolle nach, und die Rosetten scheinen sich im Vorbeigehen zu bewegen.
Mehr über Garrous-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Feines Qualitätsgewebe
Mit 283 × 136 cm (3,85 m²) ist das ein mittelgroßer Teppich. Er passt vor ein Sofa, vor ein Bett oder in ein Arbeitszimmer. Für einen Esstisch ist er zu klein — dort braucht man rund 80 cm Umlauf, damit ein Stuhl beim Zurückschieben nicht über die Kante kippt.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 201.000 bis 250.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 3,85 m² sind das rund 770.000 bis 960.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 777308