
Koliai
269 × 124 cm
1.485 €













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Ein Kordi, auch Kord geschrieben, aus dem kurdisch besiedelten Westen Irans, 260 mal 135 Zentimeter groß, geknüpft von Weberinnen, die ihr Muster nicht von einer Vorlage, sondern aus dem Gedächtnis auf den Teppich brachten. Diese Stammesteppiche gelten als robust und kräftig im Aufbau, mit satten, tiefen Farben, die von kühner Geometrie bis zu sanftem Blumenwerk reichen. Dieses Stück wählt die kühnere Seite dieser Tradition.
Der erste Eindruck ist ein kräftiges, dunkelblaues Medaillon, das vor einem satten Ziegelrot förmlich leuchtet. Sein Kern aus cremefarbenen, gelappten Formen sitzt in der Mitte des Feldes, nach oben und unten von Ausläufern begleitet, während der Grund dicht mit kleinen floralen Rauten gefüllt ist. In den Ecken kehrt dasselbe tiefe Navy wieder, nicht als Übergang, sondern als klare Rahmung, die das rote Feld regelrecht einfasst. Eine breite navyblaue Bordüre mit lachsfarbenem und cremefarbenem Rankenwerk schließt das Muster nach außen ab und beansprucht dabei einen erheblichen Teil der gesamten Fläche.
Geknüpft ist der Teppich mit dem symmetrischen Knoten auf einer Kette aus Baumwolle, die dem Gewebe Stabilität gibt, der Flor aber besteht aus handgesponnener Wolle und trägt jene warme, leicht unregelmäßige Farbtiefe, die maschinelles Garn nicht erreicht. Mit 161.000 bis 200.000 Knoten pro Quadratmeter blieb genug Dichte, um das gelappte Medaillon klar zu zeichnen, ohne die Handschrift der Nomadenknüpfung zu glätten. Vierzig bis sechzig Jahre Gebrauch haben den Flor stellenweise leicht flach getreten und ihm einen ruhigen, gelebten Glanz gegeben.
In einem Flur ohne viel Tageslicht setzt dieser Teppich sofort Wärme: das Ziegelrot trägt Farbe in den Raum, während das dunkle Navy des Medaillons als ruhender Punkt wirkt, den das Auge beim Durchgehen immer wiederfindet. Unter dem Fuß liegt der Flor dicht und fest, gemacht für tägliches Kommen und Gehen. Fällt Licht seitlich ein, wandert es über die matte Wolle und lässt die cremefarbenen Lappen des Medaillons kurz aufleuchten.
Mehr über Kordi-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Traditionelles Gewebe
Mit 260 × 135 cm (3,51 m²) ist das ein mittelgroßer Teppich. Er passt vor ein Sofa, vor ein Bett oder in ein Arbeitszimmer. Für einen Esstisch ist er zu klein — dort braucht man rund 80 cm Umlauf, damit ein Stuhl beim Zurückschieben nicht über die Kante kippt.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 161.000 bis 200.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 3,51 m² sind das rund 570.000 bis 700.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 873926