
Koliai
260 × 135 cm
1.980 €














1.094 €
inkl. MwSt.
Auf Lager · Versandbereit
Dieser Läufer ist ein Kordi, zugeschrieben kurdischen Nomadenweberinnen im weiten Bogen kurdisch besiedelter Gebiete Irans, von Kurdistan bis Kermanshah, geknüpft in einem Format von 295 mal 130 Zentimetern. Kordi-Teppiche gelten als robuste, aus dem Gedächtnis geknüpfte Stammesarbeiten, deren Charakter je nach Weberin zwischen kühner Geometrie und weichem Blumenwerk schwankt, und deren Farbigkeit traditionell in kräftigem Rot, Indigo und Gold liegt.
Der erste Eindruck ist ein sehr dunkles, fast schwarzbraunes Feld mit rötlichem Unterton, dicht bestreut mit kleinen floralen Ranken. Darauf reihen sich drei sechseckige Medaillons wie an einer Kette: außen kräftiges Ziegelrot, in der Mitte aber elfenbeinfarben, sodass sich dieses eine Medaillon klar von den beiden anderen absetzt. Von allen dreien laufen hakenförmige Fortsätze nach oben und unten zum Rand, als griffen sie in das Feld hinein. Eine breite, lachsfarbene Bordüre mit floralem Rankenwerk umschließt das Ganze und hellt den Teppich an den Rändern auf.
Geknüpft wurde dieser Läufer mit dem symmetrischen Knoten auf einem Baumwollfundament, mit handgesponnener Wolle für den Flor – ein Material, das durch seine ungleichmäßige Stärke jene organischen Farbverläufe erzeugt, die man Abrash nennt und die dem dunklen Feld seine Tiefe geben. Bei einer Dichte von 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter und zwölf Millimetern Florhöhe entstand ein fester, griffiger Teppich. Vierzig bis sechzig Jahre alt, trägt er die kleinen Ungenauigkeiten einer Weberin, die ihr Muster auswendig kannte – sichtbar etwa daran, wie die drei Medaillons nicht ganz gleich groß ausfallen.
In einer Diele oder einem langen Flur entfaltet dieser Läufer seine Wirkung besonders gut: Das dunkle Feld nimmt Fußspuren und Streulicht auf, während die lachsfarbene Bordüre und das elfenbeinfarbene Mittelmedaillon selbst bei wenig Tageslicht für Halt im Auge sorgen. Unter dem Fuß ist er dicht und fest, gemacht für den täglichen Weg, nicht für die Vitrine. Wer öfter daran vorbeigeht, bleibt immer wieder an diesem einen hellen Medaillon hängen, das die Reihe so ruhig macht.
Mehr über Kordi-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Traditionelles Gewebe
Mit 295 × 130 cm (3,84 m²) ist das ein Läufer. Er liegt in einem Flur, einer Diele, auf einem Treppenabsatz oder längs neben einem Bett. Für die Mitte eines Raumes ist er zu schmal.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 3,84 m² sind das rund 490.000 bis 610.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 347012