
Heriz
293 × 202 cm
2.398 €











2.300 €
inkl. MwSt.
Auf Lager · Versandbereit
Ein Heriz aus dem gleichnamigen Dorf im Nordwestiran, an den Hängen des Sabalan-Gebirges nordöstlich von Täbris geknüpft, 277 mal 205 Zentimeter groß. Diese Dorfteppiche gingen aus einer eigenwilligen Zusammenarbeit hervor: Täbriser Händler brachten den Webern Musterkartons der Stadtwerkstätten, und die Weber übersetzten die feinen städtischen Entwürfe in ihre eigene, kantigere Sprache. Bekannt ist Heriz seither für sein großes, eckig gebrochenes Medaillon und seine Farbwelt aus Ziegelrot, Marineblau, Elfenbein und Gold. Was diesen Teppich aus der Reihe hebt, ist die Schärfe, mit der diese sonst eher rustikale Übersetzung hier gezeichnet ist.
Auf tiefem Ziegelrot liegt ein großes, treppenförmig gestuftes Achteckmedaillon, in dessen Mitte ein kreuzförmiger Kern ruht, flankiert von kleinen kamelbraunen Lappen, die in seltener Symmetrie zueinander stehen. Um das Medaillon herum ist das Feld dicht mit kleinen eckigen Boteh- und Hakenformen besetzt, ohne dass es unruhig wirkt. In den vier Ecken öffnen sich elfenbeinfarbene Spandrillen, in denen sich sprossende, kantige Ranken ausbreiten und einen ruhigen Gegenpol zum roten Feld bilden. Den Abschluss bildet eine breite Bordüre in Marineblau, gerahmt von schmaleren Streifen in Creme, Rost und Kamel, besetzt mit kleinen Rosetten und Hakenmotiven, die dem Feld einen kräftigen, klaren Rahmen geben.
Geknüpft wurde mit handgesponnener Wolle auf Baumwollkette, bei einer Dichte von 72.000 bis 90.000 Knoten pro Quadratmeter – für einen Dorfteppich ein solider, aber kein extremer Wert, und genau das macht die Präzision der Zeichnung bemerkenswert. Handgesponnene Wolle läuft naturgemäß etwas unregelmäßig, doch hier wurde der Flor mit zwölf Millimetern fest und gleichmäßig geschoren, sodass die Konturen des Medaillons kaum verschwimmen. Die Wolle selbst stammt aus einer Region mit kupferreichem Wasser, was ihr eine besondere Griffigkeit und Widerstandskraft verleiht – ein Grund, warum Heriz-Teppiche aus dem 19. Jahrhundert vielerorts noch heute im täglichen Gebrauch stehen.
Bei 277 mal 205 Zentimetern findet dieser Teppich seinen Platz im Esszimmer unter dem Tisch oder als ruhender Anker einer Sitzgruppe im Wohnzimmer. Das Ziegelrot hält sich gegen dunkles Holz und dunkle Polster mühelos, und auf hellem Boden gibt es dem Raum sofort Wärme, ohne aufdringlich zu wirken. Unter den Füßen liegt er dicht und fest, ein Teppich, der für Gebrauch gemacht ist und nicht für die Schonung gedacht. Wenn am Nachmittag das Licht flacher einfällt, tritt die Schärfe der Zeichnung erst richtig hervor, und genau dort bleibt der Blick gerne hängen.
Mehr über Heriz-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Handwerklich gefertigt
Mit 277 × 205 cm (5,68 m²) ist das ein großer Teppich. Er passt unter eine Sitzgruppe, wenn die Vorderfüße von Sofa und Sesseln daraufstehen, oder unter einen Esstisch für vier. Für sechs Personen am Tisch rechnet man rund 80 cm Umlauf und braucht mehr.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 72.000 bis 90.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 5,68 m² sind das rund 410.000 bis 510.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 993223