
Senneh
352 × 254 cm
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Ein Sanandaj aus dem Westen des Iran, 151 mal 128 Zentimeter, aus jener kurdischen Provinzhauptstadt, die einst Senneh hieß und seit dem frühen neunzehnten Jahrhundert für die feinste Stadtweberei kurdischer Tradition bekannt ist. Anders als die gröberen, aus dem Gedächtnis geknüpften Arbeiten der umliegenden Dörfer entstehen Sanandaj-Teppiche nach gezeichnetem Karton, in einer Werkstatt, mit einer Präzision, die man bei kurdischen Webern sonst kaum findet. Üblich sind Herati-Muster, Boteh-Reihen oder filigrane Medaillons – dieses Stück wählt keinen der drei Wege, sondern ein Gartenraster ohne Zentrum, in ungewöhnlich klarer Ausführung.
Der erste Eindruck ist ein Wechsel aus tiefem Marineblau und hellem Graublau, gehalten von einem kräftigen Orangerot, das sich flammenartig über das ganze Feld zieht. Dieses Rankenwerk teilt die Fläche in einzelne Kompartimente, dunkel und hell im Wechsel, fast wie ein Schachbrett unter dem Netz aus Ranken. In jedem Feld sitzt ein kleines Bukett aus korallen- und weinroten Blüten, dazwischen olivgrüne Blätter und vereinzelt cremefarbene Lichter. Den Abschluss bildet eine breite lachsrote Bordüre mit Rosettenmotiven, gerahmt von schmalen blauen Führungsstreifen, die sich klar gegen das dunkle Feld absetzen.
Handgeknüpft auf Baumwollkette, mit handgesponnener Wolle im Flor, erreicht dieser Sanandaj eine Knotendichte von 201.000 bis 250.000 pro Quadratmeter – eine Feinheit, die das saubere Nachzeichnen jeder einzelnen Rankenlinie überhaupt erst erlaubt. Nur ein dichtes Knotenraster hält die scharfen Kanten der wechselnden Kompartimente zusammen, ohne dass die Konturen verschwimmen. Bei zwölf Millimetern Florhöhe bleibt die Oberfläche eng geschoren und leicht glänzend, wodurch die Farben satt und klar wirken statt matt – genau jene Präzision, für die Sanandaj unter kurdischen Stadtwerkstätten steht.
In einem Schlafzimmer neben dem Bett oder als Blickfang in einer kleinen Sitzecke entfaltet dieser Teppich seine ruhige Kraft: Das dunkle Marineblau gibt einem hellen Boden Tiefe, während das Orangerot selbst gedämpftes Licht warm auffängt. Der dichte Flor liegt fest und angenehm unter den Füßen, robust genug für den täglichen Gebrauch und dennoch weich genug, um morgens gern darauf zu treten. Im wechselnden Tageslicht verschiebt sich der Eindruck zwischen den dunklen und hellen Feldern immer wieder neu, und genau dieses leise Schachbrettspiel ist es, das man an diesem Stück mit der Zeit erst richtig zu schätzen lernt.
Mehr über Senneh-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Feines Qualitätsgewebe
Mit 151 × 128 cm (1,93 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 201.000 bis 250.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 1,93 m² sind das rund 390.000 bis 480.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 218258