
Koliai
260 × 135 cm
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Dies ist ein Kordi-Läufer aus dem Iran, 328 mal 134 Zentimeter, geknüpft von kurdischen Webern, die im weiten Bogen von Kurdistan bis Khorasan sitzen. Kordi-Teppiche gelten als robust und dicht in der Struktur, geknüpft mit dem symmetrischen Knoten auf einem Wollfundament, und ihr Charakter reicht von kühner Geometrie bis zu sanftem Blumenwerk. Dieser hier wählt die Geometrie – und verzichtet bewusst auf ein Medaillon.
Der erste Eindruck ist ein tiefes Marineblau, über das sich ein dichtes, kleinteiliges Fischmuster zieht – das klassische Mahi, das kurdische Weberinnen seit Generationen aus dem Gedächtnis knüpfen. Es gibt kein Zentrum, keinen Punkt, auf den das Auge zuläuft; das Muster wiederholt sich gleichmäßig von einem Ende zum anderen. Eingefasst wird das Feld von einer breiten kornblumenblauen Bordüre, in der sich rote Palmetten und Ranken abwechseln, dazu eine schmale rote Gästeleiste mit Rosetten-Medaillons. Der Rahmen ist kräftig, fast lauter als das ruhige Feld, das er umschließt.
Kette und Flor erklären, warum das Muster so gleichmäßig und doch lebendig wirkt. Die Kette ist Baumwolle, straff und stabil, während der Flor aus handgesponnener Wolle besteht – von Hand gesponnen heißt, dass jeder Faden minimal in Dicke und Farbaufnahme schwankt. Genau dieser Abrash gibt dem sonst streng durchgemusterten Feld sein organisches Leben, kleine Helligkeitswechsel im Marineblau, die kein Entwurf am Reißbrett erzeugen könnte. Geknüpft wurde der Läufer symmetrisch, Reihe für Reihe, ohne Vorlage, allein aus der Erinnerung der Weberin an das Mahi-Muster, über Monate hinweg am Knüpfstuhl entstanden.
Als Läufer gehört dieses Stück in den Flur oder die Diele, dorthin, wo man ihn täglich betritt statt nur betrachtet. Das satte Marineblau hält auch in einem dunkel möblierten Eingang seine Tiefe, während die kornblumenblaue Bordüre selbst bei wenig Tageslicht für Kontrast sorgt. Unter dem Fuß ist er dicht und fest, gemacht für Schritte, nicht für Schonung. Wer täglich daran vorbeigeht, wird das gleichmäßige Fischmuster irgendwann wie einen ruhigen Takt wahrnehmen, unaufdringlich, aber immer da.
Mehr über Kordi-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Mit 328 × 134 cm (4,40 m²) ist das ein Läufer. Er liegt in einem Flur, einer Diele, auf einem Treppenabsatz oder längs neben einem Bett. Für die Mitte eines Raumes ist er zu schmal.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 400617