
Turkaman
137 × 108 cm
710 €












1.906 €
inkl. MwSt.
Auf Lager · Versandbereit
Vor Ihnen liegt eine Turkmenenarbeit aus dem Iran, 225 mal 157 Zentimeter, geknüpft von einer nomadischen Weberin nach dem Göl-Muster ihres Stammes, ganz aus dem Gedächtnis, ohne Vorlage. Turkmenische Teppiche sind an genau diesen sich wiederholenden Göl-Medaillons zu erkennen, Stammesembleme, die von Clan zu Clan verschieden sind, und an einer so dichten Knüpfung, dass sie zu den haltbarsten aller handgeknüpften Teppiche zählen. Klassisch stehen diese Muster auf einem satten, dunklen Rotgrund. Dieser hier nicht.
Der erste Eindruck ist ein warmes Elfenbein, dicht überzogen mit Reihen ziegelroter und rostbrauner Achtecke, die sich zu einem durchgehenden Raster stapeln. Zwischen den Göl-Medaillons sitzen kleine kreuzförmige Blüten, die das Feld ruhig atmen lassen, ohne es zu unterbrechen. Eine breite Bordüre aus mehreren Bändern in Dunkelrot und Navy rahmt das Ganze, mit feinen Zickzack- und Rautenstreifen und schmalen Akzenten in Petrol und Elfenbein. Sie nimmt fast ein Fünftel der Breite ein und steht dadurch bewusst im Kontrast zum hellen Feld, dunkel gegen hell, streng gegen weich.
Möglich wird diese Schärfe durch die Knüpfdichte: 501.000 bis 640.000 Knoten pro Quadratmeter, handgesponnene Wolle auf natürlicher Wollkette. Je feiner der Knoten, desto klarer lässt sich die Kontur eines Göls zeichnen, ohne dass die Ecken verschwimmen, und genau das sieht man hier an jedem der stehenden Achtecke. Bei sechs Millimetern Florhöhe bleibt die Oberfläche flach und knapp, fast ohne Schimmer, was der Zeichnung ihre Präzision und dem Teppich seinen kühlen, klaren Charakter gibt. Eine solche Dichte ist zudem Monate an Arbeit an einem einzigen, tragbaren Webstuhl.
In einem Wohnzimmer oder unter einem Sitzbereich entfaltet das helle Feld seine eigentliche Wirkung: Es hebt einen dunklen Boden an und hält gegen dunkle Möbel selbstbewusst dagegen, ohne selbst laut zu werden. Unter den Füßen liegt er fest und knapp, dicht genug für eine Familie, die den Raum täglich benutzt, nicht für die Vitrine gedacht. Wandert das Licht über den Nachmittag durch den Raum, wechseln Ziegelrot und Rost zwischen warm und dunkel, während das elfenbeinfarbene Feld sie ruhig zusammenhält.
Mehr über Turkaman-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Außergewöhnlich feines Gewebe
Mit 225 × 157 cm (3,53 m²) ist das ein mittelgroßer Teppich. Er passt vor ein Sofa, vor ein Bett oder in ein Arbeitszimmer. Für einen Esstisch ist er zu klein — dort braucht man rund 80 cm Umlauf, damit ein Stuhl beim Zurückschieben nicht über die Kante kippt.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 501.000 bis 640.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 3,53 m² sind das rund 1,8 bis 2,3 Millionen einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 547175