
Ghom
222 × 153 cm
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Ein Stammes- und Nomadenteppich aus Zabol, geknüpft in der Provinz Sistan und Belutschestan im äußersten Südosten Irans, nahe der afghanischen Grenze – einer der ältesten ununterbrochen besiedelten und webenden Regionen der persischen Welt. 250 mal 202 Zentimeter. Bekannt ist diese Gegend für kühne geometrische Stammesmuster und naturgefärbte Wolle in erdigen, satten Tönen. Hier aber trägt der Teppich ein Medaillon, eine Bauform, die man eher aus den Werkstätten Zentraliraans kennt, und genau das macht dieses Stück ungewöhnlich.
Der erste Eindruck ist ein tiefes Marineblau, dichter als man es von Zabol erwartet, das den gesamten Teppich trägt. Darauf schwebt ein gelapptes Medaillon mit cremefarbenem Kern, in dem kleine graublaue Rosetten sitzen und einen klaren Ruhepunkt setzen. Um das Medaillon herum wuchert feines florales Rankwerk über das ganze Feld, in schmalen Zwickeln aus Ziegelrot und Terrakotta an den Ecken aufgefangen. Den Abschluss bildet eine breite ziegelrote Bordüre mit umlaufendem Ranken- und Palmettenmuster, klar vom Feld abgesetzt und von schmalen Nebenbordüren gerahmt.
Geknüpft wurde dieses Muster aus dem Gedächtnis, ohne gezeichnete Vorlage, wie es in den Stammesregionen üblich ist – die Regelmäßigkeit des Medaillons ist also Handarbeit, keine Schablone, und das erklärt die leichten Unebenheiten, die sich bei genauem Hinsehen zeigen. Mit 321.000 bis 380.000 Knoten pro Quadratmeter liegt die Dichte deutlich über einfacher Dorfware, was die feine Konturierung des Rankwerks überhaupt erst möglich macht. Der Flor aus handgesponnener Wolle, gut 12 Millimeter hoch, gibt der Oberfläche eine leicht unregelmäßige, matte Struktur mit dezentem Glanz. Signiert ist das Stück zudem von der Manufaktur Sherkat Farsh, ein seltener Nachweis von Urheberschaft für eine Knüpfung dieser Herkunft.
In einem Esszimmer unter dem Tisch oder in einer Sitzgruppe im Wohnzimmer kommt dieser Teppich zu sich: Das satte Marineblau hält souverän gegen dunkles Holz und dunkle Polstermöbel, während das Ziegelrot der Bordüre auch auf hellem Boden sofort Wärme in den Raum bringt. Unter den Füßen fühlt er sich dicht und fest an, eine Wollqualität, die für den täglichen Gebrauch gemacht ist und nicht geschont werden muss. Wenn am Nachmittag Licht seitlich einfällt, wandert der leichte Glanz der Wolle über das Rankwerk, und das cremefarbene Medaillon leuchtet aus dem tiefen Blau heraus wie ein ruhiger Punkt inmitten des Musters.
Belutsch-Teppiche sind Stammeswebereien der Belutschen aus dem Osten des Iran, hauptsächlich aus den Provinzen Khorasan und Sistan-Belutschistan, sowie aus benachbarten Regionen in Afghanistan und Pakistan. Geknüpft mit dem asymmetrischen (persischen) Knoten, traditionell auf einer reinen Wollkette, sind sie sofort erkennbar an ihrer dunklen, satten Farbpalette aus tiefen Rottönen, Indigoblau und dunklen Brauntönen mit Elfenbein- und Orangeakzenten.
Geometrische Stammesmotive, Reihen kleiner Guls, Rauten und kantiger Rosetten, bestimmen die Designsprache. Gebetsteppich-Layouts mit dem Lebensbaum-Motiv erscheinen häufig. Typischerweise kleinformatige Stücke, werden Belutsch-Teppiche aus der Wolle der eigenen Herden geknüpft, manchmal unter Verwendung von Ziegenhaar und natürlichen Kamelfeldern. Der Meisterweber hat dieses Stück signiert, ein Zeichen außergewöhnlicher Qualität und Stolz auf die eigene Arbeit.
Herausragende Handwerkskunst
Mit 250 × 202 cm (5,05 m²) ist das ein großer Teppich. Er passt unter eine Sitzgruppe, wenn die Vorderfüße von Sofa und Sesseln daraufstehen, oder unter einen Esstisch für vier. Für sechs Personen am Tisch rechnet man rund 80 cm Umlauf und braucht mehr.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 321.000 bis 380.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 5,05 m² sind das rund 1,6 bis 1,9 Millionen einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 997237