
Kerman
156 × 87 cm
408 €








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Ein Kerman-Teppich, auch Kirman geschrieben, aus der großen Weberstadt im Südosten Irans, wo Kartons und Werkstattdisziplin seit dem Safawiden-Erbe eine der reichsten Blumensprachen der persischen Teppichkunst hervorgebracht haben. Das vorliegende Stück misst 123 mal 65 Zentimeter und ist damit ein kleines Format dieser sonst oft raumfüllenden Tradition. Kerman ist für dichte, kurvilineare Blumenfelder auf hellem Grund bekannt, die kaum eine freie Fläche lassen. Genau das macht dieses Stück bemerkenswert: Es hält sich zurück, wo sein Typ normalerweise laut ist.
Der Blick fällt zuerst auf ein tiefes Nachtblau, das fast wie Schwarz wirkt, und darauf schwebt, allein und ohne Wiederholung, ein einzelner Blumenstrauß in Cremeweiß, Rosé, Taubenblau und einem warmen Senfgold, hier und da mit einem Hauch Grün oder Rot. Das Feld bleibt sonst leer, eine Bühne für diesen einen Strauß. Erst am Rand kehrt die Dichte zurück: eine breite Bordüre aus verschlungenen Blumengirlanden in denselben Tönen, die sich kaum vom dunklen Grund des Feldes absetzt, sondern ihn fortführt. In den vier Ecken der Bordüre wiederholt sich der zentrale Strauß in kleinen Bouquets, sodass sich das ganze Muster wie in einem Spiegel um die Mitte herum ordnet.
Diese Präzision kommt aus der Werkstatt selbst. Ein Kerman wird nach einem gezeichneten Karton geknüpft, nicht aus dem Gedächtnis, und der asymmetrische persische Knoten erlaubt eine Feinheit, mit der sich Blütenblätter und Ranken scharf konturieren lassen, statt sie zu einer groben Fläche verschwimmen zu lassen. Bei 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter, geknüpft aus handgesponnener Wolle auf einer Baumwollkette, bleibt genug Auflösung, damit die gespiegelten Eckmotive tatsächlich wie kleine Wiederholungen des zentralen Straußes aussehen und nicht wie ein grober Abklatsch. Die niedrige Florhöhe von 12 Millimetern hält die Oberfläche eben und lässt jede Linie stehen, wo sie hingezeichnet wurde.
Bei dieser Größe ist der Teppich wie gemacht für den Flur oder die Diele, als Vorleger vor der Tür oder auf dem Weg zur Treppe, dort, wo man ihn beim Kommen und Gehen immer wieder streift. Das tiefe Nachtblau nimmt jedem Eingangsbereich die Kälte heller Böden und wirkt zugleich neben dunklem Holz oder Garderobenschwarz vollkommen ruhig, ohne sich zu verstecken. Unter dem Fuß liegt er glatt und dicht, mit dem leichten Griff, der Alltag verträgt, ohne empfindlich zu sein. Fällt Licht seitlich darauf, springt der Glanz der Wolle in den hellen Blüten kurz auf, während der dunkle Grund ruhig bleibt, und genau dieses Zusammenspiel wird man an diesem Teppich immer wieder gerne sehen.
Mehr über Kerman-Teppiche: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Traditionelles Gewebe
Mit 123 × 65 cm (0,80 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Ja, von Hand geknüpft — Knoten für Knoten an einem Webstuhl, nicht maschinell gefertigt. Die Dichte liegt bei 128.000 bis 160.000 Knoten pro Quadratmeter; auf 0,80 m² sind das rund 100.000 bis 130.000 einzelne Knoten, jeder davon von Hand gesetzt.
Handgesponnene Wolle enthält noch ihr eigenes Lanolin, und das lässt Flüssigkeit einen Moment lang auf der Oberfläche stehen: schnell abtupfen, mit klarem Wasser und einem hellen Tuch, von außen nach innen und ohne zu reiben. Sonst genügt regelmäßiges Saugen in Florrichtung. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr, damit Licht und Tritt gleichmäßig ankommen.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 169709