
Kelim Verni
191 × 130 cm
1.004 €










968 €
inkl. MwSt.
Auf Lager · Versandbereit
Ein Verni ist zunächst keine Herkunftsangabe, sondern eine Webart: ein Flachgewebe, bei dem der Schuss um die Kettfäden gewickelt wird und so eine leicht erhabene, strukturierte Oberfläche entsteht. Dieses Stück misst 199 mal 120 Zentimeter und stammt aus dem Iran, aus jener kaukasisch-nordwestpersischen Stammestradition, die für kühne, klar gezeichnete Muster bekannt ist. Die Technik liegt zwischen Kelim und Knüpfteppich – griffiger als ein flacher Kelim, aber ohne die Höhe eines Flors.
Der Blick fällt zuerst auf ein cremefarbenes Feld, das in etwa achtundzwanzig einzelne Kompartimente geteilt ist, jedes in eigener Grundfarbe: Rostorange, Aubergine, Olivgrün wechseln sich ab. In jedem Feld sitzt eine eigene kleine Zeichnung – mal ein Rauten-Medaillon, mal die Silhouette eines Tieres, kamel- oder vogelartig, mit klar erkennbarem Kopf und Beinen. So wirkt der Teppich weniger wie ein sich wiederholendes Rapportmuster als wie eine Folge kleiner, für sich stehender Bilder. Eine breite, altrosa-lachsfarbene Bordüre mit feinem Kreuz-Rauten-Dekor fasst das Ganze ein und setzt sich deutlich vom helleren Innenfeld ab.
Möglich wird diese Bildfülle durch die Sumak-Technik selbst: Weil der Schuss um Kettpaare gewickelt statt einfach durchgezogen wird, kann die Weberin jede Kontur präziser führen, als es ein reines Flachgewebe erlaubt – daher die klaren Ränder der Tierfiguren und Medaillons. Der Flor besteht aus Wolle mit Seidenanteil auf einer Baumwollkette, was der matten Wolloberfläche einen feinen, kaum sichtbaren Schimmer verleiht. Bei nur vier Millimetern Gewebedicke bleibt das Stück dabei angenehm flach und ohne unnötiges Volumen – handgewebt, nicht geknüpft, und genau das gibt ihm seine feste, griffige Textur.
Mit seinem Format eignet sich dieser Verni gut als Vorleger im Schlafzimmer oder als Blickfang in einem ruhigen Flur, wo man ihn im Vorbeigehen immer wieder neu betrachtet. Auf hellem Boden holt das warme Rostorange und Aubergine der Felder Farbe in den Raum, ohne ihn zu überladen, denn das cremefarbene Grundgewebe hält alles zusammen. Unter dem Fuß fühlt er sich fest und griffig an, dabei angenehm dünn und flach – gemacht, um betreten zu werden, nicht um geschont zu werden. Bei Tageslicht verändert sich der leichte Glanz der Seide im Flor von Feld zu Feld, und man entdeckt, je länger man hinschaut, immer wieder eine der kleinen Figuren, die einem vorher entgangen war.
Mehr über Vernis: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Mit 199 × 120 cm (2,39 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Nein — dieses Stück ist handgewebt, nicht geknüpft. Ein Flachgewebe hat keinen Flor: die Musterung entsteht allein aus Kette und Schuss. Das macht es dünn, leicht und auf beiden Seiten verwendbar, und es ist eine eigene Technik, keine einfachere Variante des geknüpften Teppichs.
Regelmäßig saugen, am besten in Richtung des Gewebes und ohne rotierende Bürste. Ein Flachgewebe lässt sich wenden, was den Verschleiß gleichmäßig verteilt — drehen Sie es ein- bis zweimal im Jahr. Flecken sofort mit klarem Wasser und einem hellen Tuch von außen nach innen abtupfen, niemals reiben.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 189496