
Kelim Verni
191 × 130 cm
1.004 €











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Ein Verni ist kein geknüpfter Teppich und auch kein klassischer Kelim, sondern etwas dazwischen: ein Flachgewebe in der kaukasisch-nordwestpersischen Stammestradition, bei dem der Schuss um die Kettfäden gewickelt wird und so eine leicht erhabene, strukturierte Oberfläche entsteht. Dieses Stück misst 188 mal 127 Zentimeter. Verni-Gewebe sind für ihre kühnen, grafisch klaren Muster bekannt, die trotz der flachen Bauweise eine feine Plastizität besitzen.
Der erste Eindruck ist ein dichtes Raster aus einzelnen Feldern, die sich in Altrosa und Elfenbein abwechseln – ein Garden-Design, bei dem jedes Kompartiment eine eigene Welt bildet. In jedem Feld sitzt ein stilisierter Vogel oder ein Tier auf rosafarbenem Gittergrund, gezeichnet in Senfgold, Ocker und gebranntem Orange, mit dunkelbraunen Konturen und kleinen Akzenten in Ziegelrot und Türkis. Kein Tier gleicht dem nächsten: mal ist der Hals länger, mal die Flügelhaltung anders, als hätte die Weberin jede Figur neu erfunden, statt sie zu wiederholen. Eine breite elfenbeinfarbene Bordüre schließt das Feld, mit einer Reihe brauner, goldener und rosafarbener Stammesmotive und schmalen Randstreifen mit kleinen Sternzeichen.
Möglich wird diese Genauigkeit durch die Sumak-Technik selbst: Weil der Schuss um Kettpaare gewickelt wird statt einfach durchgezogen, lassen sich Kanten und Formen schärfer setzen als im flachen Kelim, ohne die Höhe eines geknüpften Flors zu erreichen. Kette aus Baumwolle und ein Flor aus Wolle mit Seide sorgen bei nur vier Millimetern Gewebedicke für eine feste, aber feine Oberfläche mit mattem, handgesponnenem Charakter. Die Unterschiede zwischen den Tierfiguren sind kein Zufall der Maschine, sondern das Ergebnis einer Weberin, die aus dem Gedächtnis arbeitete und jedes Feld frei zeichnete, während das Grundraster streng blieb.
In einem Schlafzimmer oder als ruhiger Blickfang vor einer Sitzecke im Wohnzimmer entfaltet dieser Verni seine Wirkung besonders gut: Das Altrosa nimmt einem hellen Boden die Kühle, während die dunklen Konturen und das Elfenbein der Bordüre dem Muster Halt geben, auch neben dunklerem Holz. Unter den Füßen fühlt er sich fest und griffig an, mit einer leichten Textur, die an gewebtes Leinen erinnert, nicht an weichen Flor – ein Teppich, der Gehen verträgt und nicht geschont werden will. Wer länger hinschaut, findet immer wieder ein neues Tier im Raster, das einem beim ersten Blick entgangen war.
Mehr über Vernis: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Mit 188 × 127 cm (2,39 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Nein — dieses Stück ist handgewebt, nicht geknüpft. Ein Flachgewebe hat keinen Flor: die Musterung entsteht allein aus Kette und Schuss. Das macht es dünn, leicht und auf beiden Seiten verwendbar, und es ist eine eigene Technik, keine einfachere Variante des geknüpften Teppichs.
Regelmäßig saugen, am besten in Richtung des Gewebes und ohne rotierende Bürste. Ein Flachgewebe lässt sich wenden, was den Verschleiß gleichmäßig verteilt — drehen Sie es ein- bis zweimal im Jahr. Flecken sofort mit klarem Wasser und einem hellen Tuch von außen nach innen abtupfen, niemals reiben.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 865499