
Kelim Verni
193 × 123 cm
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Ein Verni, auch als Verneh geschrieben, aus dem Kaukasus und Nordwestiran, 191 mal 130 Zentimeter – ein handgewebtes Flachgewebe, doch nicht in der gewöhnlichen Kelim-Art gearbeitet, sondern in der sogenannten Sumak-Technik, bei der der Schuss um Kettenpaare gewickelt wird. So entsteht eine leicht erhöhte, texturierte Oberfläche, kräftiger als ein Kelim, aber ohne die Höhe eines Florteppichs. Verni-Stücke stammen aus kaukasischen und nordwestiranischen Stammestraditionen und sind für ihre klaren, grafischen Muster bekannt.
Aus der Nähe zeigt sich ein dichtes Raster kleiner Felder, jedes mit eigener Grundfarbe und eigener Figur – ein Tier, eine Pflanze, ein einzelnes Wesen. Kein Kompartiment teilt seine Farbe mit dem Nachbarn: Ocker steht neben Purpur, Oliv neben cremigem Rosa, und dazwischen hält das gedämpfte Altrosa-Rot des Grundes alles zusammen. So wirkt der Teppich eher wie eine Sammlung kleiner Bildtafeln als wie ein durchlaufendes Muster. Eine breite elfenbeinfarbene Bordüre fasst das Feld, gefüllt mit Reihen winziger Tier- und Menschenfiguren in Ocker, Purpur, Oliv und Türkis, schmal gesäumt von dunklen Indigolinien.
Was wie eine feine Zeichnung wirkt, entsteht durch reine Handarbeit: In der Sumak-Technik wickelt die Weberin den Schuss Reihe für Reihe um Kettenpaare, statt ihn wie bei einem Kelim einfach durchzuschießen. Jedes Feld verlangt einen eigenen Farbwechsel, und genau diese Unterbrechung erklärt, warum kein Kompartiment dem nächsten gleicht. Der Flor besteht aus Wolle mit etwas Seide, die den kleinen Figuren Kontur gibt, ohne Glanz zu erzeugen, während die Baumwollkette dem nur vier Millimeter dünnen Gewebe seine Festigkeit gibt.
Neben dem Bett im Schlafzimmer oder in einer kleinen Sitzecke entfaltet dieser Verni seine Wirkung. Das gedämpfte Altrosa-Rot nimmt einem hellen Boden die Kühle, während die elfenbeinfarbene Bordüre das kleinteilige Muster zusammenhält, statt es unruhig wirken zu lassen. Unter den Füßen liegt er flach und fest, mit der leichten Riffelung der Sumak-Bindung – gemacht für den täglichen Gebrauch, nicht für die Vitrine. Wer über die Felder geht, entdeckt noch nach Wochen eine Figur, die beim ersten Blick verborgen blieb.
Mehr über Vernis: Herkunft, Machart und woran Sie ein echtes Stück erkennen
Mit 191 × 130 cm (2,48 m²) ist das ein kleiner Teppich. Er liegt gut vor einem Bett, in einer Leseecke, vor einem Kamin oder als Vorleger an einer Tür. Er möbliert keinen Raum, er setzt einen Punkt darin.
Nein — dieses Stück ist handgewebt, nicht geknüpft. Ein Flachgewebe hat keinen Flor: die Musterung entsteht allein aus Kette und Schuss. Das macht es dünn, leicht und auf beiden Seiten verwendbar, und es ist eine eigene Technik, keine einfachere Variante des geknüpften Teppichs.
Regelmäßig saugen, am besten in Richtung des Gewebes und ohne rotierende Bürste. Ein Flachgewebe lässt sich wenden, was den Verschleiß gleichmäßig verteilt — drehen Sie es ein- bis zweimal im Jahr. Flecken sofort mit klarem Wasser und einem hellen Tuch von außen nach innen abtupfen, niemals reiben.
Wir sind in der Hamburger Speicherstadt. Sehen Sie sich diesen Teppich in Ruhe bei Tageslicht an, oder schreiben Sie uns — es antwortet ein Mensch.
Zertifikat inklusive, das Herkunft, Materialien und Handwerkskunst bestätigt.
Ref: 319801