
Kashkuli
324 × 250 cm
9.750 €

Kühne Stammesmuster mit modernem Reiz
Lori- und Gabbeh-Teppiche stammen aus der Nomaden- und Dorfweberei im Südwesten Irans, vor allem aus der Provinz Fars rund um Schiras und aus dem Zagros-Gebirge, wo Ghaschghai- und Lori-Familien (auch Luri) seit Generationen knüpfen. „Gabbeh“ bedeutet auf Persisch etwa „roh“ oder „ungeschoren“ und beschreibt den langen, kaum gekürzten Flor; „Loribaft“ heißt schlicht „Lori-Knüpfung“. Beide entstanden als Teppiche für den eigenen Haushalt, und beide werden bis heute vollständig von Hand geknüpft.
Die Region ist dieselbe, die Machart nicht. Ein Gabbeh ist grob und dick: traditionell ein Grundgewebe aus Wolle, mehrere Schussfäden zwischen jeder Knotenreihe und ein langer Flor. Die Gabbehs dieser Kollektion sind auf Wollkette geknüpft, mit typischerweise 72.000 bis 90.000 Knoten pro Quadratmeter. So entsteht ein weicher, schwerer, fast polsterartiger Teppich. Ein Loribaft ist der feinere Verwandte, deutlich dichter geknüpft und mit kürzerem, festem Flor, der eine schärfere Zeichnung trägt; die iranischen Loribaft dieser Kollektion haben meist eine Wollkette und typischerweise 200.000 bis 250.000 Knoten pro Quadratmeter.
Einen Gabbeh erkennt man an seinem offenen Feld: große Flächen in einer Farbe, oft mit sichtbaren Schattierungen (Abrasch) aus kleinen Wollpartien, dazu wenige einfache Motive wie Tiere, Bäume, Figuren oder ein kleines Stufenmedaillon. Geknüpft wird aus dem Gedächtnis, nicht nach einer gezeichneten Vorlage, deshalb sind die Proportionen frei und jedes Stück ist anders. Loribaft-Muster sind geordneter: gestufte geometrische Medaillons, Felder, Streifen und Bordüren, kräftig und grafisch, aber symmetrischer angelegt. Beide passen gut in zeitgenössische Räume, weil ihre Muster reduziert und ihre Farben kräftig sind.
Beim Aussuchen lohnt der Blick auf die Wolle: Handgesponnene Wolle hat einen leicht unregelmäßigen Faden und einen natürlichen Glanz, der den Farben ihre Tiefe gibt. Schattierungen innerhalb einer Farbe sind normal und gehören zum Charakter. Prüfen Sie, ob der Flor gleichmäßig geschoren ist, der Teppich plan liegt und die Kanten gerade verlaufen. Beim Gabbeh kommt es auf Dicke und Gewicht des Flors an, also ruhig anfassen; beim Loribaft zeigt die Schärfe der Motivkanten, wie dicht geknüpft wurde. Teppiche im Loribaft-Stil werden auch in Indien geknüpft, auf einer Kette aus Baumwolle; bei diesen Stücken nennt die Seite des jeweiligen Teppichs Indien als Herkunftsland.
Zum Ratgeber: Was ist ein Lori-Pars-Teppich?
Lori- und Gabbeh-Teppiche in Hamburg ansehen: unser Showroom in der Speicherstadt
Auch bekannt als
Gabbeh, Loribaft, Luribaft, Luri
Gabbeh Shouli · Kashkuli · Ghaschghai · Bakhtiar · Nimbaft
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